Allein oder zu zweit
Immer mehr Deutsche leben als Single, sind also nicht verheiratet, verlobt oder liiert. War dieser singuläre Status noch in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Ausnahmeerscheinung, so hat sich dieses Bild in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich gewandelt. Und mit ihm das Selbstbewusstsein der Singles, die diese Form der Lebensgestaltung nicht mehr verschämt im Geheimen für sich ausleben, sondern offensiv damit umgehen und die Freiheit genießen. Doch das Leben in Unabhängigkeit birgt nicht nur Vorteile, insbesondere im Winter, wenn das Wetter ungemütlich ist und die Nächte lang werden, wenn Weihnachten sich annähert und allenthalben Familiensinn beschworen wird, macht sich auch ein Gefühl von Verlorensein unter den Alleinstehenden breit und der Wunsch nach einem Partner, einer Partnerin nimmt zu. Manche probieren dann die Suche über Kontaktanzeigen oder schalten eine Partnervermittlung ein, um ihr Glück zu finden, andere besuchen einer der zahlreichen Singlepartys oder nutzen moderne Varianten wie Speed-Dating, um Kandidaten zu finden. Dabei unterscheiden sich zwar die Methoden, die Menschen, die sich dort finden, sind jedoch im Grunde genommen die gleichen. Und so ist es fast nicht relevant, welche Methode man anwendet, um einen Partner zu finden, entscheidender ist, sich wirklich einlassen zu wollen, wirkliches Interesse am anderen zu entwickeln und seine Erwartungen nicht in unrealistische Höhen zu schrauben, nicht nur den Traumprinzen auf dem weißen Ross zu suchen oder die Märchenprinzessin, sondern einen Menschen aus Fleisch und Blut und mit den Fehlern und Schwächen, die Menschen nun einmal besitzen. Wer mit offenen Augen und offenem Herzen sucht oder sich finden lässt, dem steht der Weg in ein gemeinsames Glück offen, ihn zu gehen jedoch ist eine Aufgabe, die jeden Tag erneut bewältigt werden will und für die es keine Patentlösung geben kann, sondern es sind immer nur Maßanfertigungen, die viel Pflege und Aufmerksamkeit benötigen, soll es eine Verbindung auf Dauer werden und bleiben.
Geschrieben von Andreas Mettler